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Bioshock Infinite: Komplexe Geschichte, großer Spielspaß

Mehrere Wochen habe ich gezögert mich an diesen Beitrag zu setzen. Es ist gar nicht so leicht eine Review für eine Spiel zu schreiben, das man selbst als genial bezeichnen würde. Wo bleibt denn da die Objektivität?

Bioshock Infinite ist der dritte Teil der Bioshock Reihe und entführt den Spieler diesmal nicht unter Wasser, sondern in schwindelerregende Höhen. Die fliegende Stadt Columbia splittete sich unter ihrem großen Führer Hale Comstock vom US-Bundesstaat Columbia ab und lebt nun nach ihren eigenen Gesetzen.

Bei der Gestaltung der Spielwelt und der Story macht Bioshock Infinite alles richtig

engelsstatue bioshock infinite

Überall verkünden Statuen und Plakate die religiösen Absichten der Anhänger Comstocks

Als Spieler startet ihr in einem Boot, das an einem verlassenen Leuchtturm angelegt. Nachdem man dort abgesetzt wird betritt man einen Stuhl, der den Protagonisten Clinton DeWitt nach Columbia katapultiert. Der Protagonist ist sich offenbar nicht bewusst, worauf er sich eingelassen hat und was ihn in Columbia eigentlich erwartet. Es stellt sich jedoch heraus, dass er ein Mädchen retten möchte, das von dem strengreligiösen Volk dort offenbar festgehalten wird.  Dass dieser Trip aus dem Ruder läuft ist nicht schwer zu erraten, denn Bioshock Infinite ist schon wie sein Vorgänger ein Ego-Shooter, der nicht zimperlich mit expliziter Gewaltdarstellung und Komplexität der Story umgeht. Von letzterem möchte ich auch gar nicht noch mehr verraten, denn das Highlight des Spiels ist zweifelsfrei seine mitreißende und unvorhersehbare Geschichte – ganz im Gegensatz zu Tomb Raider, das ich letzte Woche als Test vorgestellt habe. Hier wurde eine Menge Gehirnschmalz investiert und die Charaktere wurden glaubwürdig in Szene gesetzt. Das liegt nicht nur an der guten Vertonung und der filmreifen Darbietung aller NPCs und Elementen, die in der Story dem Spieler beiseite stehen, sondern auch an der grandiosen Spielwelt.

gebäude stürzt ein bioshock infinte

In actionreichen Scriptingsequenzen wird die Geschichte rasant vorangetrieben.

Die reine Gestaltung der Welt ist leicht im Comicstil gehalten. Obwohl alle Charaktere menschlich sind und sich auch entsprechend verhalten, lässt sich ein gewisses Comic-Spielgefühl nicht abschalten, was möglicherweise auch am überspitzt klischeehaften Verhalten der Darsteller liegt (ist nicht negativ gemeint – es fügt sich nämlich nahtlos in die Geschichte ein). Die Welt – Columbia -  besteht aus vielen Häusern und Parks, die in Stadtviertel aufgeteilt sind und sich auf fliegenden, großen Felsbrocken befinden, welche sich wie Schiffe bei schwachem Wellengang auf und ab bewegen. Verbunden sind sie mit sogenannten Skylines. Das sind Leitungen, an denen Waren transportiert werden, die aber auch gleichzeitig in Verbindung mit merkwürdigen Handwerkzeugen als “Fußweg” benutzt werden können. Dabei spielen sie auch in Kampfsequenzen eine wichtige Rolle und können ein Gefecht vom Boden in die Luft verlagern. Die Columbianische Polizei verfügt zusätzlich über Luftschiffe und Gondeln und ist so auch in der Luft mobil.

Gameplay und Technik

Vigors Plasmide

Plasmide heißen jetzt Vigors

Die Steuerung ist sehr leicht und von jedem auch genrefremden Spieler zu bewältigen. Neben einigen Waffen hat man zusätzlich die Möglichkeit bionische Fähigkeiten gegen Gegner einzusetzen. Daher kommt ja auch der Name “Bioshock”. Plasmide (so hießen sie in Bioshock 1 und 2) heißen jetzt Vigors, erfüllen aber ähnliche Zwecke. Aufgefüllt werden sie durch Salze, die überall herumstehen und eigentlich nie für einen Mangel sorgen.

wiederbelebung nach spielertod

So werdet ihr wiederbelebt. Am Quick Tipp könnt ihr erkennen, welche Konsequenzen ein Spielertod mit sich zieht

Das Spiel habe ich auf dem Schwierigkeitsgrad normal durchgespielt. Es war ein Kinderspiel. Auch auf schwer soll es ja sehr leicht zu meistern sein. Durch die ständige Verfügbarkeit von Munition und Salzen, sowie durch die zahlreichen Automaten, wo man jederzeit für wenig Geld Ausrüstung und Munition kaufen kann, kommt eigentlich jeder relativ problemlos auch durch ernste Gefechte. Ich vermute das hat wieder viele Spieler gestört. Beim ersten Bioshock war ja der Hauptgrund für den leichten Schwierigkeitsgrad die allgegenwärtigen Kältekammern, sodass man nie einen Abschnitt wiederholen musste. Bei Bioshock Infinite ist das ebenfalls simpel gelöst. Wenn man mal stirbt, wacht man einem geschützten Ort wieder auf und kann sich erneut den Feinden stellen. Besiegte Feinde stehen in diesem Fall auch nicht wieder auf. Mich persönlich hat das gar nicht gestört, denn ich habe bei Bioshock Infinite große Erwartungen auf die Geschichte gelegt und bin nicht enttäuscht worden. Die Tatsache, dass man nur selten allein unterwegs ist (ja, ihr habt eine Begleiterin) macht die Abschnitte, wo nicht gekämpft wird, unterhaltsam und abwechslungsreich. Im Gegensatz dazu wurden die Elemente des klassischen Ego-Shooters weiter eingeschränkt. Man hat in Gefechten nicht viele Möglichkeiten auszuweichen. Meistens befindet man sich in einem schlauchförmigen Kartenabschnitt und legt Gegner mit den immer gleichen Methoden um. Die Spezialfertigkeiten der Vigors müssen zu Beginn fast nie eingesetzt werden. Erst später, wenn der Schwierigkeitsgrad ansteigt, sind sie plötzlich sehr wichtig.

Die grafische Leistung des Spiels kommt schon bei meiner alten Grafikkarte Radeon 5770 an ihre Grenzen. Ich konnte alles auf höchsten Einstellungen ruckelfrei spielen. Trotzdem sieht die Grafik nicht billig aus, was vor allem der atemberaubenden Kulisse zu verdanken ist.
Einige Texturen sehen dennoch etwas unfertig aus und einige Hallen und Innenräume wirken unvollständig. Besser gemacht hat das beispielsweise Skyrim, wo auch Häuser atmosphärisch und detailliert eingerichtet wurden.

Fazit

Das Knifflige bei allen Bioshock-Spielen ist ja nicht zu viel verraten. Ich habe hier fast gar nichts gespoilert und möchte das auch nicht im Fazit tun. Bioshock Infinite ist ein Spiel, das 100% Fokus auf die Geschichte gelegt hat und damit für mich eher in die gleiche Kategorie wie Heavy Rain passt, als in die des Shooters a la Call of Duty oder Borderlands. Deshalb werte ich die eigentlichen Shooterkriterien, wie Waffenauswahl, Schießverhalten und Gefechte etwas geringer bei diesem Titel. Bioshock war für mich ein 15 Stunden-Kinofilm, wie ich ihn sonst nur von echten Hollywoodklassikern kenne. David Lynch hätte seine helle Freude daran. Wer mal etwas Neues erleben will und nicht vor einer hochkomplexen Story zurückschreckt, der sollte nicht mehr warten und sich dieses Spiel zulegen. Fans von Bioshock 1, bzw. 2 waren ja zum Teil enttäuscht, dass es sich nicht mehr wie die Vorgänger spielt. Ich unterschreibe die Unterschiede zum Gameplay absolut, finde aber den Spaßfaktor ebenso groß wie in Bioshock 1.

Luftschiffe bei Bioshock Infinite

Luftschiffe der Polizei von Columbia

Skylines Bioshock Infinite

Die Skylines sind die Transportwege von Columbia

Lost with Lara: Der Spielbericht zum neuen Tomb Raider

Heute gibt es von mir einen Spielbericht zum neuen Titel von Square Enix: Tomb Raider. Die bekannte Spielereihe hat mittlerweile schon 11 Teile und geht mit dem neusten Teil ganz andere Wege als seine Vorgänger. Die Unterschiede sind nicht nur grafischer Natur, sondern spiegeln sich auch in der Geschichte wider. Mal als grafisches Beispiel der Vergleich zum Titel Lara Croft and the Guardian of Light, welcher 2011 erschien:
Vorher-Nachher
Ich muss zugeben, dass ich mir nie ein Tomb Raider Spiel gekauft habe, weil ich die Protagonistin und das Spielprinzip immer schon grausig gefunden habe (hakeliges Rumhüpfen durch Pixellandschaften, durchschnittliche Steuerung und eine klischeebehaftete brünette Walküre, die zu 75% aus Brüsten besteht und eine Sonnenbrille trägt. Oje… Das waren noch Zeiten. Zum Glück ist jetzt Schluss mit Klischee.

Das hier ist die neue Lara:
Die neue Lara Croft im neuen Tomb Raider
Lara bewegt sich wie ein Mensch, spricht wie ein Mensch und man hat auch als Spieler das Gefühl, dass man einen echten Menschen spielt. Ihre Weggefährten schaffen es ebenfalls das Spiel auf eine sehr bodenständige Ebene zu bringen, was vor allem durch die zahlreichen Zwischensequenzen bewerkstelligt wird.

Die Story und Gameplay

Lara und die Crew des Forschungsschiffes Endurance erleiden Schiffbruch auf einer abgelegenen Insel, wo Lara das verschollene Königreich der Yamatei vermutet. Doch schon bald stellt sich heraus, dass sie weder allein auf der Insel sind, noch dass ein Verlassen der Insel ohne Weiteres möglich ist.

Rätsel bei Tomb Raider

Solche kleinen Physikrätsel gibt es in Gräbern und Teilen der Hauptgeschichte. Teilweise sind die sehr leicht.

Beim Spielen von Tomb Raider gab es für mich als genrefremden Spieler viel zu entdecken und neues zu lernen. Klettern, an Seilen entlanghangeln, Felswände erklimmen und gleichzeitig meine Umgebung aktiv im Kampf und in der Bewegung aktiv zu nutzen viel mir am Anfang ziemlich schwer. Ich musste sehr oft Spielstände neu laden, da die Quick Time Events überraschend abwechslungsreich waren und ich oft zu langsam war oder mich verklickte – Ein Fehler reicht meistens aus um gnadenlos in die Tiefe gestoßen oder von einem Feind oder Holzpflock aufgespießt zu werden. Wenn man während des Spielverlaufs etwas geübter wird, fällt einem das Spielen wesentlich leichter und die Kletter- und Quick-Time-Events machen mehr Spaß. Ich habe übrigens in weiser Voraussicht den leichtesten Schwierigkeitsgrad gewählt, wobei die Shootersequenzen erwartungsgemäß zu leicht wurden.

Das Genre ist eine Mischung aus Actionshooter und Jump and Run. Survival – Überleben ist zwar das Thema des Spieles aber im Endeffekt ging es weniger um die alltäglichen Dinge, wie Jagen, Essen oder Trinken. Am Anfang (im Tutorial) hatte ich mich noch darauf eingestellt im Stile von Skyrim Jagen gehen zu müssen. In der Lernsequenz sollte man ein Tier mit Laras Boden erlegen. Nach dieser einen Mahlzeit wurde das aber stets durch Zeitfenster in Zwischensequenzen übersprungen.

Steuerung

Kletter und Sprungsequenz bei Tomb Raider

Sprungpuzzles wie dieses findet man bei Tomb Raider zu Hauf. Hier muss man schnell reagieren.

Die Steuerung ist für einen Neuling nicht so leicht zu meistern, weil die Aktionstasten aufgrund der Quick Time Events häufig wechseln. Später geht das aber sehr gut. Die Pfeiltasten, E und F reichen bei Kletterabschnitten. In Kämpfen muss man schon Multitasking-fähig sein – Die Aktionen Ausweichen, Quick Time Event und Waffen abfeuern kommen innerhalb einer Sekunde nacheinander. Wer geschickt ist, nutzt seine Umgebung, um Gegner mit Hilfe von explosiven Fässern zu verwunden. Leider gibt es nicht viel mehr Möglichkeiten, die man zusätzlich im Kampf zu seinen Gunsten nutzen könnte. Die Bewegung aller Charaktere ist flüssig und sieht sehr menschlich aus. Lara bewegt sich ganz wunderbar durch die Spielwelt und zwängt sich auch durch enge Felswände – ein Feature, das ich schon bei unzähligen anderen Spielen vermisst habe, weil man ständig an unsichtbaren Wänden festhängt.

Die Grafik

Spielwelt von Tomb Raider

So sieht das Spiel und die Landschaft aus.

Toll ist auch die grafische Gestaltung der Insel. Es gibt viele schöne Orte und liebevoll gestaltete Verstecke zu erkunden. Ich konnte Tomb Raider ohne Ruckler mit mindestens 30FPS und durchschnittlich 46FPS mit meiner Radeon 5770 auf hohen Details spielen. Zusätzlich gibt es noch die Einstellungen Ultra und Höchste. Im Hauptmenü kann ein Benchmark gestartet werden, wo man die eigene Leistung seiner Hardware testen kann. Auf höchsten Einstellungen bricht mein FPS-Durchschnitt um 20 Frames ein. Dafür ist die Grafik dann eine wahre Pracht. Jedes Haar von Lara wird dann gerendert und Wassereffekte sehen auch grandios aus. Ich musste leider mit der üblichen “Haarwurst” auskommen, was der grafischen Darstellung im allgemeinen aber nicht geschadet hat.

Zur Geschichte von Tomb Raider und ihren Schwächen

Die Story ist spannend, zugleich aber auch nicht besonders innovativ und die Charaktere machen – bis auf Lara – keine Entwicklung durch. Sie kommen dafür einfach zu selten vor oder scheiden zu früh aus. In diesem Zusammenhang gibt es auch leider keinen wichtigen Nebendarsteller, mit dem Lara regelmäßig interagieren könnte.
Viele Fragen während der Story bleiben leider offen. Dass Lara und die Schiffscrew nicht alleine auf der Insel sind, war ja zu erwarten aber so richtig verstehen kann man die andere Seite nicht. Die Gegner (sowas wie eine Sekte) scharen sich brav um ihren Anführer und kein einziges Mal kommt es zu einer Konversation zwischen Lara und den “Eingeborenen”. Hier hört es dann auch auf mit der “Menschlichkeit” der Charaktere. Die Gegner verhalten sich durch die Bank sehr unmenschlich und die Story kann das meiner Meinung nach auch nicht logisch begründen.

Lara klettert auf den Funkturm

Eine meiner Liebligsstellen: Lara klettert auf den Funkturm, um einen Notruf abzusetzen.

Da wurde einfach ein zu großer Fokus auf Action und Spannung gelegt. Konsequenter in Bezug auf die so oft angepriesene Story mit Laras Charakterentwicklung, wäre gewesen dort die Beziehung zwischen ihr und den Gegnern etwas näher zu beleuchten. Lara hat ja – wie wir alle bereits aus anderen Reviews wissen – Probleme damit ihren ersten Menschen zu töten. In Anbetracht der Tatsache, dass Lara sich später nur so durch die Gegnerhorden metzelt, hätte man sich diese Gewissensbisse auch gleich sparen können.
Das Spiel ist wirklich ziemlich hart und aufgrund der teilweise heftigen Gewaltdarstellung nichts für sanfte Gemüter oder Kinder. Insgesamt gibt’s von mir ein “Ok” für die Story, weil sie zu einfach gestrickt ist und es zu viele logische Brüche gibt. Als Beispiel [Achtung Spoiler]: Warum stürzen Flugzeuge ohne Ende der Insel ab? Die ganze Insel ist übersät mit alten Schiffen und Flugzeugwracks und während Laras Gegenwart kommen zahlreiche weitere Wracks dazu. Das soll niemand mitbekommen? [Spoiler Ende]

Insgesamt habe ich nur 9 Stunden gebraucht, um das Spiel als Genrenoob durchzuspielen. Laut Karte habe ich 70% abgeschlossen. Wenn ich also alles gemacht hätte, würde die Gesamtspielzeit ca. 12 Stunden betragen. Meistens habe ich Sammelquests ausgelassen. Ob die mich so reizen werden weiß ich nicht, denn die Belohnungen braucht man nicht, um das Spiel abzuschließen (zumindest nicht auf leicht). Wer sich gerne entspannt ein wenig um Dschungel herumschleicht, der sollte darauf allerdings nicht verzichten.

Fazit

Dass Lara Croft jetzt nicht mehr so klischeebehaftet durch die Spielwelt klettert, hat mich sehr gefreut. Mir ist eine Identifikation mit den Spielcharakteren sehr wichtig und ich erwarte bei Titeln mittlerweile ein gewisses Maß an Glaubwürdigkeit (solang ich an keinem Matchmaking-System teilnehme). Außerdem war ich zunächst skeptisch, was die Steuerung angelangt und habe mich gefragt, was diesen Shooter von anderen abheben kann. Die rasanten Action- und Klettersequenzen waren wirklich ein Highlight und die ständig wechselnde Kameraperspektive, sowie die fließenden Übergänge zwischen Videosequenz und interaktivem Spiel haben wirklich toll funktioniert. Für Steuerung, Grafik, Videos und die hübsche Lara gibt es von mir deshalb ein dickes Plus. Dass die Story noch an Kinderkrankheiten leidet ist etwas schade, denn hier wäre noch mehr drin gewesen, genau wie bei der Gesamtlänge des Spiels. Insgesamt aber ein toller Titel, dass dem Spieler einige unterhaltsame Stunden beschert!

Bildergalerie

Die blutige Lara

Die hübsche Lara

Gepanzerte Gegner bei Tomb Raider

Lara Croft klettert sehr menschlich durch die Spielwelt

Beim Funken

Sam, Weggefährtin von Lara

Lara springt mit dem Fallschirm

Tolle Aussicht

gefährten-von-lara

Hardware Special: Low Budget 650 Euro Gaming PC

Alter PC Innen Mainboard

Mein alter Rechner: Der hat nie Probleme gemacht. Dann haben aber die Mehrkernprozessoren den alten Modellen die Show gestohlen.

Zocken ist ja leider ein recht teures Hobby, wenn man die ganze Hardware und die Computerspiele an sich zusammenrechnet. Aber glücklicherweise sind die Hardwarepreise im Verlauf der letzten Jahre regelrecht abgestürzt. Mein erster Gaming PC hatte noch eine Halbwertszeit von etwa einem Jahr, weil sich die Rechenkapazitäten jährlich nahezu verdoppelten. Heutige Rechner – und das ist der entscheidende Vorteil der neuen Hardware – sind noch nach 5 Jahren voll einsatzfähig. Leichte Einbußen muss man immer im Bereich der Grafik hinnehmen, weil hier noch viel Potenzial ungenutzt bleibt. Die Rechenleistung der Prozessoren stagniert jedoch seit Jahren. Ich habe im Jahr 2010 schon einmal über meinen Spiele-PC berichtet: Die gleiche Config habe ich noch immer und kann aktuelle Titel noch auf hohen Details und ohne merkliche Qualitäts- und Geschwindigkeitsverluste spielen. Trotzdem ist es nun nach 2 Jahren noch einmal Zeit einen aktuellen PC zusammenzustellen und zu schauen, wie viel mehr Power man sich für das (fast) gleiche Geld ins Haus holen kann.
Als Referenztitel für die Grafikleistung ziehe ich das kürzlich erschienene Bioshock Infinite heran.

Vorab solltet ihr euch Gedanken machen, was ihr wirklich braucht und was der Hardwaremarkt im Moment so hergibt.

Hardware vom alten PC

Hier hatte ich einen ZALMAN Lüfter auf der Grafikkarte verbaut. Der Prozessorlüfter kam ebenfalls von ZALMAN.

  • Wie viel Rechenleistung benötigt man heute und in zwei Jahren? Klar, das hängt selbstverständlich auch von euren Vorlieben ab, aber für PC-Spiele reicht im Moment noch ein Dual- oder Vierkernprozessor. Alte Spiele können maximal zwei Kerne nutzen, während neue Titel maximal auf vier Rechenkerne ihre Leistung aufteilen können. 8-Core-Prozessoren können von den wenigsten Anwendungen genutzt werden – dennoch ist absehbar, dass diese Rechenmodule an Bedeutung gewinnen werden. Wer sich also zukunftssicher ausrüsten möchte, sollte sich nach acht Kernen umschauen.
  • Wie viel Arbeitsspeicher brauche ich? Heute sind 4-8gb RAM Standard. Voll ausgelastet wird der zwar noch selten, da RAM aber praktisch nichts kostet, kann man auch zukunftssicher 8gb oder mehr verbauen. Ein weiterer Grund dem Arbeitsspeicher etwas mehr Spielraum zu geben ist aufwändige Video- und 3D-Bearbeitung, welche einen großen Speicher benötigt.
  • Nvidia oder AMD? Hier scheiden sich die Geister. GeForce ist meistens mehr auf Leistung ausgelegt, AMD eher auf Performance in Bezug auf Leistung/Energieverbrauch. Ich bin eindeutig Anhänger von AMD Hardware, weil sie stabil und zuverlässig sind. Ich hatte noch nie einen Ausfall eines AMD, bzw. ATI Bauteils! Ich rate außerdem dazu einen AMD Bauteile miteinander zu kombinieren, weil die Teile auf Herz und Nieren geprüft wurden. AMD liefert außerdem für ihre Grafikkarten regelmäßig neue Updates und bietet einen langfristigen Support, sodass auch alte PCs noch Jahre später lauffähig und up-to-date bleiben. Mein uralt-Server mit einer Sapphire Radeon 9800 Pro, 1gb RAM, AMD 3,7GHz Prozessor kann noch Battlefield 2 (2005) auf hohen Details dank neuer Treiber flüssig darstellen.
  • Die Grafikkarte ist das Herzstück eines Gaming-PCs und kann daher auch etwas teurer sein. Allerdings brauchen aktuelle Titel keine High-End-Systeme, um auf sehr hohen Einstellungen flüssig spielbar zu sein. In zwei Jahren wird man mit zu schwacher Hardware allerdings Probleme bekommen.
  • Woher bezieht ihr eure Bauteile? Im Internet gibt es alles zum günstigsten Preis, weil ihr dort den Zwischenhändler vor Ort spart, der ja auch sein Gehalt und die Miete irgendwie finanzieren muss (Ja, ich weiß, Schande über mich, die kleinen Händler haben natürlich auch ein Recht auf Überleben am Markt). Ein bisschen Vertrauen in den Händler vor dem Kauf ist mir wichtig, deshalb tendiere ich dazu Hardware bei Arlt Computer oder anderen bekannten Shops im Web zu beschaffen.

Nun meine Empfehlung:

Komponente Name Preis
Mainboard MSI Mainboard 970A G43 AM3 MSI 970A-G43 AM3+ 65€
Prozessor AMD FX 8150 8x3,6GHz BOXED AMD FX-8150 8×3.60GHz AM3+ BOXED 150€
Arbeitsspeicher Kingston HYPERX Arbeitsspeicher 8GB Kingston HYPERX oder Geil 8GB 55€
Netzteil Be Quiet 530Watt ATX L7 Netzteil be quiet! Pure Power Netzteil 530W L7 50€
Festplatte Seagate ST 1000DM003 1000gb 1GB Festplatte Seagate ST1000DM003 1TB 55€
Grafikkarte Sapphire Radeon HD 7850 2048MB GDDR5 Speicher Sapphire Radeon HD 7850 2048MB GDDR5 / Alternativ Radeon HD 7870 (minimal teurer) 160€
DVD-Laufwerk Einfaches DVD-Laufwerk von NoName oder Philips 30€
Gehäuselüfter/Prozessorlüfter Würde ich von Scythe empfehlen. 2x Gehäuselüfter + 1x Prozessorkühler zusammen 50€
Gehäuse/Tower Xigmatek-Asgard-Midi-PC Gehäuse 30€
Gesamtpreis: 645€

Einige dieser Komponenten hat sicherlich jeder noch zu Hause und kann sie ohne Aufpreis in diesem Selbstbau-PC verbauen – Vielleicht bleibt dann noch etwas Budget für eine bessere Grafikkarte übrig. Mit unseren nun insgesamt rund 650€ haben wir aber auch so ein solides System, das die nächsten 2 Jahre ohne Schwierigkeiten überstehen sollte. Danach kann man die Grafikkarte nachrüsten. Die Sapphire mit den 2000MB Speicher bringt beim Top-Titel Bioshock Infinite gute Leistungen im Vergleich zu den High End Lösungen. Die nur wenige Euro teurere Alternative Radeon HD 7870 bringt noch ein paar FPS mehr zustande. Die Leistung bei Battlefield 3 ist ebenfalls sehr gut, auch auf großen Monitoren. Mehr Benchmarks findet ihr hier und hier. Ein nachträgliches Plus bringen hier noch kommende Treiberupdates des Herstellers.

Bei einigen Titeln werden in naher Zukunft eventuell keine Ultra-Einstellungen möglich sein. Dafür wäre eine bessere Grafik von Nöten. Dafür haben wir mit diesem System ein sehr effizientes Verhältnis zwischen Leistung und Energieverbrauch, das andere High-End-Karten chancenlos abhängt. Somit kommen wir auch mit einem 530W Netzteil aus und müssen uns kein eigenes Kraftwerk anschaffen.
Für 650€ ist das System vergleichbar zukunftssicher und ein Schnäppchen für jeden Gamer.

Kurzinfo: Monster Hunter 3 Ultimate

Heute möchte ich noch einmal eine kleine Reise in die Vergangenheit unternehmen. Meine Playstation 2 funktioniert schon seit Jahren nicht mehr und ich habe schon fast vergessen, wie sich der PS2 Controller angefühlt hat. Mittlerweile bin ich eigentlich ausschließlich ein PC-Spieler geworden. Nun möchte ich nach meiner Review zu Battlefield 3 Endgame noch einmal einen kleinen Artikel über einen Klassiker der Konsolenwelt berichten: Die Monster Hunter Spielereihe des japanischen Entwicklerstudios Capcom.
Erst vor wenigen Tagen ist Monster Hunter 3 Ultimate erschienen. Damit ist es er 12. Teil der Serie und damit eine der erfolgreichsten der Welt. Übrigens steht der 13. Teil schon in den Startlöchern, welcher für Mitte bis Ende 2013 angekündigt wurde.
Wie bei jeder bekannten Reihe gibt es hier viele Stammspieler, die sich jeden oder sehr viele Teile gekauft haben und sich richtig gut auskennen. Mit diesen Spezialisten kann ich absolut nicht mithalten aber ich möchte mal kurz zusammenfassen, was sich im neuen Teil alles getan hat im Vergleich zu seinen Vorgängern. Mit seinen vielen Titeln erinnert Capcoms Monsterhatz schon fast an FIFA – ich wusste gar nicht, dass mittlerweile so viele erschienen waren. Die Menge an Folgen liegt wahrscheinlich u.a. daran, dass sie meistens für verschiedene Konsolen entwickelt wurden. Ich frage mich allerdings, ob es an der ständigen Neuentwicklung liegt, dass sich Monster Hunter grafisch nur recht schwach weiterentwickelt hat. Ok – Nintendo hat bisher nie sehr großen Wert darauf gelegt, sondern achtete immer mehr auf den Spielspaß/die Story. Allerdings kann ich in der Monster Hunter Reihe keine atemberaubende Weiterentwicklung von Story oder Spielprinzip erkennen. Schon im ersten Teil muss man sein Dorf beschützen und kann sich mit Hilfe von Monsterteilen Items zusammenbasteln. Die Story bleibt aber eher auf der Strecke und innovativ würde ich die neuen Teile nicht unbedingt nennen.

Was ist neu an Monster Hunter 3 Ultimate?

  • Die Grafik wurde verbessert, dennoch ist sie kein Highlight, da viele Texturen matschig und kantig sind. Auf dem Nintendo 3DS sieht sie allerdings gut aus, was an der geringen Bildschirmgröße liegt. Leidträger hier sind meiner Meinung nach die Wii-U Spieler.
  • Es gibt neue Monster
  • Viele neue Quests sind zu bestreiten, die aber an durchschnittliche MMORPG Aufträge erinnern.
  • Toll finde ich den Service, dass Capcom kostenlose DLCs nachliefert, die weitere Features bringen.
  • Es gibt bei in diesem Game ein ausführliches Tutorial für Neulinge.

Außerdem kann man das Spiel mit bis zu vier Spielern im Multiplayer bestreiten und gemeinsam auf Monsterjagd gehen. Ich selbst kenne es nicht im Multiplayer, kann mir aber vorstellen, dass das gut funktioniert. Wenn ihr euch fragt, für wen Monster Hunter generell richtig spannend sein könnte, dann würde ich allen Actionspiel-Fans mal zum Testen des Spiels raten. Besonders Jäger und Sammler, denen das Spielprinzip von Diablo oder auch Skyrim gefällt und die Spaß an Spielen im Japano Look haben, sollten mal reinschnuppern. Das Spiel kann für Neulinge schwer zu meistern sein und ist eine Herausforderung trotz mehrerer Schwierigkeitsgrade, da man erst die Schwächen der Monster herausfinden muss, um sie auszuschalten. Erfahrene Spieler sollten aber gut mit dem Ungetier zurechtkommen.
Im Anhang noch ein Video von Nintendo zu ihrem neuen Titel. Wieder einmal sehr lustig zu sehen, wie Nintendo immer noch die unglaubwürdige Schiene mit gefakten Testberichten fährt. Das Unternehmen versucht ja schon seit Jahren Einfluss auf unabhängige Spielemagazine zu nehmen.