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Bioshock Infinite: Komplexe Geschichte, großer Spielspaß

Mehrere Wochen habe ich gezögert mich an diesen Beitrag zu setzen. Es ist gar nicht so leicht eine Review für eine Spiel zu schreiben, das man selbst als genial bezeichnen würde. Wo bleibt denn da die Objektivität?

Bioshock Infinite ist der dritte Teil der Bioshock Reihe und entführt den Spieler diesmal nicht unter Wasser, sondern in schwindelerregende Höhen. Die fliegende Stadt Columbia splittete sich unter ihrem großen Führer Hale Comstock vom US-Bundesstaat Columbia ab und lebt nun nach ihren eigenen Gesetzen.

Bei der Gestaltung der Spielwelt und der Story macht Bioshock Infinite alles richtig

engelsstatue bioshock infinite

Überall verkünden Statuen und Plakate die religiösen Absichten der Anhänger Comstocks

Als Spieler startet ihr in einem Boot, das an einem verlassenen Leuchtturm angelegt. Nachdem man dort abgesetzt wird betritt man einen Stuhl, der den Protagonisten Clinton DeWitt nach Columbia katapultiert. Der Protagonist ist sich offenbar nicht bewusst, worauf er sich eingelassen hat und was ihn in Columbia eigentlich erwartet. Es stellt sich jedoch heraus, dass er ein Mädchen retten möchte, das von dem strengreligiösen Volk dort offenbar festgehalten wird.  Dass dieser Trip aus dem Ruder läuft ist nicht schwer zu erraten, denn Bioshock Infinite ist schon wie sein Vorgänger ein Ego-Shooter, der nicht zimperlich mit expliziter Gewaltdarstellung und Komplexität der Story umgeht. Von letzterem möchte ich auch gar nicht noch mehr verraten, denn das Highlight des Spiels ist zweifelsfrei seine mitreißende und unvorhersehbare Geschichte – ganz im Gegensatz zu Tomb Raider, das ich letzte Woche als Test vorgestellt habe. Hier wurde eine Menge Gehirnschmalz investiert und die Charaktere wurden glaubwürdig in Szene gesetzt. Das liegt nicht nur an der guten Vertonung und der filmreifen Darbietung aller NPCs und Elementen, die in der Story dem Spieler beiseite stehen, sondern auch an der grandiosen Spielwelt.

gebäude stürzt ein bioshock infinte

In actionreichen Scriptingsequenzen wird die Geschichte rasant vorangetrieben.

Die reine Gestaltung der Welt ist leicht im Comicstil gehalten. Obwohl alle Charaktere menschlich sind und sich auch entsprechend verhalten, lässt sich ein gewisses Comic-Spielgefühl nicht abschalten, was möglicherweise auch am überspitzt klischeehaften Verhalten der Darsteller liegt (ist nicht negativ gemeint – es fügt sich nämlich nahtlos in die Geschichte ein). Die Welt – Columbia -  besteht aus vielen Häusern und Parks, die in Stadtviertel aufgeteilt sind und sich auf fliegenden, großen Felsbrocken befinden, welche sich wie Schiffe bei schwachem Wellengang auf und ab bewegen. Verbunden sind sie mit sogenannten Skylines. Das sind Leitungen, an denen Waren transportiert werden, die aber auch gleichzeitig in Verbindung mit merkwürdigen Handwerkzeugen als “Fußweg” benutzt werden können. Dabei spielen sie auch in Kampfsequenzen eine wichtige Rolle und können ein Gefecht vom Boden in die Luft verlagern. Die Columbianische Polizei verfügt zusätzlich über Luftschiffe und Gondeln und ist so auch in der Luft mobil.

Gameplay und Technik

Vigors Plasmide

Plasmide heißen jetzt Vigors

Die Steuerung ist sehr leicht und von jedem auch genrefremden Spieler zu bewältigen. Neben einigen Waffen hat man zusätzlich die Möglichkeit bionische Fähigkeiten gegen Gegner einzusetzen. Daher kommt ja auch der Name “Bioshock”. Plasmide (so hießen sie in Bioshock 1 und 2) heißen jetzt Vigors, erfüllen aber ähnliche Zwecke. Aufgefüllt werden sie durch Salze, die überall herumstehen und eigentlich nie für einen Mangel sorgen.

wiederbelebung nach spielertod

So werdet ihr wiederbelebt. Am Quick Tipp könnt ihr erkennen, welche Konsequenzen ein Spielertod mit sich zieht

Das Spiel habe ich auf dem Schwierigkeitsgrad normal durchgespielt. Es war ein Kinderspiel. Auch auf schwer soll es ja sehr leicht zu meistern sein. Durch die ständige Verfügbarkeit von Munition und Salzen, sowie durch die zahlreichen Automaten, wo man jederzeit für wenig Geld Ausrüstung und Munition kaufen kann, kommt eigentlich jeder relativ problemlos auch durch ernste Gefechte. Ich vermute das hat wieder viele Spieler gestört. Beim ersten Bioshock war ja der Hauptgrund für den leichten Schwierigkeitsgrad die allgegenwärtigen Kältekammern, sodass man nie einen Abschnitt wiederholen musste. Bei Bioshock Infinite ist das ebenfalls simpel gelöst. Wenn man mal stirbt, wacht man einem geschützten Ort wieder auf und kann sich erneut den Feinden stellen. Besiegte Feinde stehen in diesem Fall auch nicht wieder auf. Mich persönlich hat das gar nicht gestört, denn ich habe bei Bioshock Infinite große Erwartungen auf die Geschichte gelegt und bin nicht enttäuscht worden. Die Tatsache, dass man nur selten allein unterwegs ist (ja, ihr habt eine Begleiterin) macht die Abschnitte, wo nicht gekämpft wird, unterhaltsam und abwechslungsreich. Im Gegensatz dazu wurden die Elemente des klassischen Ego-Shooters weiter eingeschränkt. Man hat in Gefechten nicht viele Möglichkeiten auszuweichen. Meistens befindet man sich in einem schlauchförmigen Kartenabschnitt und legt Gegner mit den immer gleichen Methoden um. Die Spezialfertigkeiten der Vigors müssen zu Beginn fast nie eingesetzt werden. Erst später, wenn der Schwierigkeitsgrad ansteigt, sind sie plötzlich sehr wichtig.

Die grafische Leistung des Spiels kommt schon bei meiner alten Grafikkarte Radeon 5770 an ihre Grenzen. Ich konnte alles auf höchsten Einstellungen ruckelfrei spielen. Trotzdem sieht die Grafik nicht billig aus, was vor allem der atemberaubenden Kulisse zu verdanken ist.
Einige Texturen sehen dennoch etwas unfertig aus und einige Hallen und Innenräume wirken unvollständig. Besser gemacht hat das beispielsweise Skyrim, wo auch Häuser atmosphärisch und detailliert eingerichtet wurden.

Fazit

Das Knifflige bei allen Bioshock-Spielen ist ja nicht zu viel verraten. Ich habe hier fast gar nichts gespoilert und möchte das auch nicht im Fazit tun. Bioshock Infinite ist ein Spiel, das 100% Fokus auf die Geschichte gelegt hat und damit für mich eher in die gleiche Kategorie wie Heavy Rain passt, als in die des Shooters a la Call of Duty oder Borderlands. Deshalb werte ich die eigentlichen Shooterkriterien, wie Waffenauswahl, Schießverhalten und Gefechte etwas geringer bei diesem Titel. Bioshock war für mich ein 15 Stunden-Kinofilm, wie ich ihn sonst nur von echten Hollywoodklassikern kenne. David Lynch hätte seine helle Freude daran. Wer mal etwas Neues erleben will und nicht vor einer hochkomplexen Story zurückschreckt, der sollte nicht mehr warten und sich dieses Spiel zulegen. Fans von Bioshock 1, bzw. 2 waren ja zum Teil enttäuscht, dass es sich nicht mehr wie die Vorgänger spielt. Ich unterschreibe die Unterschiede zum Gameplay absolut, finde aber den Spaßfaktor ebenso groß wie in Bioshock 1.

Luftschiffe bei Bioshock Infinite

Luftschiffe der Polizei von Columbia

Skylines Bioshock Infinite

Die Skylines sind die Transportwege von Columbia

Lost with Lara: Der Spielbericht zum neuen Tomb Raider

Heute gibt es von mir einen Spielbericht zum neuen Titel von Square Enix: Tomb Raider. Die bekannte Spielereihe hat mittlerweile schon 11 Teile und geht mit dem neusten Teil ganz andere Wege als seine Vorgänger. Die Unterschiede sind nicht nur grafischer Natur, sondern spiegeln sich auch in der Geschichte wider. Mal als grafisches Beispiel der Vergleich zum Titel Lara Croft and the Guardian of Light, welcher 2011 erschien:
Vorher-Nachher
Ich muss zugeben, dass ich mir nie ein Tomb Raider Spiel gekauft habe, weil ich die Protagonistin und das Spielprinzip immer schon grausig gefunden habe (hakeliges Rumhüpfen durch Pixellandschaften, durchschnittliche Steuerung und eine klischeebehaftete brünette Walküre, die zu 75% aus Brüsten besteht und eine Sonnenbrille trägt. Oje… Das waren noch Zeiten. Zum Glück ist jetzt Schluss mit Klischee.

Das hier ist die neue Lara:
Die neue Lara Croft im neuen Tomb Raider
Lara bewegt sich wie ein Mensch, spricht wie ein Mensch und man hat auch als Spieler das Gefühl, dass man einen echten Menschen spielt. Ihre Weggefährten schaffen es ebenfalls das Spiel auf eine sehr bodenständige Ebene zu bringen, was vor allem durch die zahlreichen Zwischensequenzen bewerkstelligt wird.

Die Story und Gameplay

Lara und die Crew des Forschungsschiffes Endurance erleiden Schiffbruch auf einer abgelegenen Insel, wo Lara das verschollene Königreich der Yamatei vermutet. Doch schon bald stellt sich heraus, dass sie weder allein auf der Insel sind, noch dass ein Verlassen der Insel ohne Weiteres möglich ist.

Rätsel bei Tomb Raider

Solche kleinen Physikrätsel gibt es in Gräbern und Teilen der Hauptgeschichte. Teilweise sind die sehr leicht.

Beim Spielen von Tomb Raider gab es für mich als genrefremden Spieler viel zu entdecken und neues zu lernen. Klettern, an Seilen entlanghangeln, Felswände erklimmen und gleichzeitig meine Umgebung aktiv im Kampf und in der Bewegung aktiv zu nutzen viel mir am Anfang ziemlich schwer. Ich musste sehr oft Spielstände neu laden, da die Quick Time Events überraschend abwechslungsreich waren und ich oft zu langsam war oder mich verklickte – Ein Fehler reicht meistens aus um gnadenlos in die Tiefe gestoßen oder von einem Feind oder Holzpflock aufgespießt zu werden. Wenn man während des Spielverlaufs etwas geübter wird, fällt einem das Spielen wesentlich leichter und die Kletter- und Quick-Time-Events machen mehr Spaß. Ich habe übrigens in weiser Voraussicht den leichtesten Schwierigkeitsgrad gewählt, wobei die Shootersequenzen erwartungsgemäß zu leicht wurden.

Das Genre ist eine Mischung aus Actionshooter und Jump and Run. Survival – Überleben ist zwar das Thema des Spieles aber im Endeffekt ging es weniger um die alltäglichen Dinge, wie Jagen, Essen oder Trinken. Am Anfang (im Tutorial) hatte ich mich noch darauf eingestellt im Stile von Skyrim Jagen gehen zu müssen. In der Lernsequenz sollte man ein Tier mit Laras Boden erlegen. Nach dieser einen Mahlzeit wurde das aber stets durch Zeitfenster in Zwischensequenzen übersprungen.

Steuerung

Kletter und Sprungsequenz bei Tomb Raider

Sprungpuzzles wie dieses findet man bei Tomb Raider zu Hauf. Hier muss man schnell reagieren.

Die Steuerung ist für einen Neuling nicht so leicht zu meistern, weil die Aktionstasten aufgrund der Quick Time Events häufig wechseln. Später geht das aber sehr gut. Die Pfeiltasten, E und F reichen bei Kletterabschnitten. In Kämpfen muss man schon Multitasking-fähig sein – Die Aktionen Ausweichen, Quick Time Event und Waffen abfeuern kommen innerhalb einer Sekunde nacheinander. Wer geschickt ist, nutzt seine Umgebung, um Gegner mit Hilfe von explosiven Fässern zu verwunden. Leider gibt es nicht viel mehr Möglichkeiten, die man zusätzlich im Kampf zu seinen Gunsten nutzen könnte. Die Bewegung aller Charaktere ist flüssig und sieht sehr menschlich aus. Lara bewegt sich ganz wunderbar durch die Spielwelt und zwängt sich auch durch enge Felswände – ein Feature, das ich schon bei unzähligen anderen Spielen vermisst habe, weil man ständig an unsichtbaren Wänden festhängt.

Die Grafik

Spielwelt von Tomb Raider

So sieht das Spiel und die Landschaft aus.

Toll ist auch die grafische Gestaltung der Insel. Es gibt viele schöne Orte und liebevoll gestaltete Verstecke zu erkunden. Ich konnte Tomb Raider ohne Ruckler mit mindestens 30FPS und durchschnittlich 46FPS mit meiner Radeon 5770 auf hohen Details spielen. Zusätzlich gibt es noch die Einstellungen Ultra und Höchste. Im Hauptmenü kann ein Benchmark gestartet werden, wo man die eigene Leistung seiner Hardware testen kann. Auf höchsten Einstellungen bricht mein FPS-Durchschnitt um 20 Frames ein. Dafür ist die Grafik dann eine wahre Pracht. Jedes Haar von Lara wird dann gerendert und Wassereffekte sehen auch grandios aus. Ich musste leider mit der üblichen “Haarwurst” auskommen, was der grafischen Darstellung im allgemeinen aber nicht geschadet hat.

Zur Geschichte von Tomb Raider und ihren Schwächen

Die Story ist spannend, zugleich aber auch nicht besonders innovativ und die Charaktere machen – bis auf Lara – keine Entwicklung durch. Sie kommen dafür einfach zu selten vor oder scheiden zu früh aus. In diesem Zusammenhang gibt es auch leider keinen wichtigen Nebendarsteller, mit dem Lara regelmäßig interagieren könnte.
Viele Fragen während der Story bleiben leider offen. Dass Lara und die Schiffscrew nicht alleine auf der Insel sind, war ja zu erwarten aber so richtig verstehen kann man die andere Seite nicht. Die Gegner (sowas wie eine Sekte) scharen sich brav um ihren Anführer und kein einziges Mal kommt es zu einer Konversation zwischen Lara und den “Eingeborenen”. Hier hört es dann auch auf mit der “Menschlichkeit” der Charaktere. Die Gegner verhalten sich durch die Bank sehr unmenschlich und die Story kann das meiner Meinung nach auch nicht logisch begründen.

Lara klettert auf den Funkturm

Eine meiner Liebligsstellen: Lara klettert auf den Funkturm, um einen Notruf abzusetzen.

Da wurde einfach ein zu großer Fokus auf Action und Spannung gelegt. Konsequenter in Bezug auf die so oft angepriesene Story mit Laras Charakterentwicklung, wäre gewesen dort die Beziehung zwischen ihr und den Gegnern etwas näher zu beleuchten. Lara hat ja – wie wir alle bereits aus anderen Reviews wissen – Probleme damit ihren ersten Menschen zu töten. In Anbetracht der Tatsache, dass Lara sich später nur so durch die Gegnerhorden metzelt, hätte man sich diese Gewissensbisse auch gleich sparen können.
Das Spiel ist wirklich ziemlich hart und aufgrund der teilweise heftigen Gewaltdarstellung nichts für sanfte Gemüter oder Kinder. Insgesamt gibt’s von mir ein “Ok” für die Story, weil sie zu einfach gestrickt ist und es zu viele logische Brüche gibt. Als Beispiel [Achtung Spoiler]: Warum stürzen Flugzeuge ohne Ende der Insel ab? Die ganze Insel ist übersät mit alten Schiffen und Flugzeugwracks und während Laras Gegenwart kommen zahlreiche weitere Wracks dazu. Das soll niemand mitbekommen? [Spoiler Ende]

Insgesamt habe ich nur 9 Stunden gebraucht, um das Spiel als Genrenoob durchzuspielen. Laut Karte habe ich 70% abgeschlossen. Wenn ich also alles gemacht hätte, würde die Gesamtspielzeit ca. 12 Stunden betragen. Meistens habe ich Sammelquests ausgelassen. Ob die mich so reizen werden weiß ich nicht, denn die Belohnungen braucht man nicht, um das Spiel abzuschließen (zumindest nicht auf leicht). Wer sich gerne entspannt ein wenig um Dschungel herumschleicht, der sollte darauf allerdings nicht verzichten.

Fazit

Dass Lara Croft jetzt nicht mehr so klischeebehaftet durch die Spielwelt klettert, hat mich sehr gefreut. Mir ist eine Identifikation mit den Spielcharakteren sehr wichtig und ich erwarte bei Titeln mittlerweile ein gewisses Maß an Glaubwürdigkeit (solang ich an keinem Matchmaking-System teilnehme). Außerdem war ich zunächst skeptisch, was die Steuerung angelangt und habe mich gefragt, was diesen Shooter von anderen abheben kann. Die rasanten Action- und Klettersequenzen waren wirklich ein Highlight und die ständig wechselnde Kameraperspektive, sowie die fließenden Übergänge zwischen Videosequenz und interaktivem Spiel haben wirklich toll funktioniert. Für Steuerung, Grafik, Videos und die hübsche Lara gibt es von mir deshalb ein dickes Plus. Dass die Story noch an Kinderkrankheiten leidet ist etwas schade, denn hier wäre noch mehr drin gewesen, genau wie bei der Gesamtlänge des Spiels. Insgesamt aber ein toller Titel, dass dem Spieler einige unterhaltsame Stunden beschert!

Bildergalerie

Die blutige Lara

Die hübsche Lara

Gepanzerte Gegner bei Tomb Raider

Lara Croft klettert sehr menschlich durch die Spielwelt

Beim Funken

Sam, Weggefährtin von Lara

Lara springt mit dem Fallschirm

Tolle Aussicht

gefährten-von-lara

Neues von der Front! – Battlefield 3 Endgame im Schnellcheck

Endgame ist nun das vierte und letzte DLC für Battlefield 3. Ich konnte es nun schon einige Tage dank meines Premium Accounts anspielen und euch meine ersten Eindrücke mitteilen. Neu diesmal waren vier Karten, 3 neue Fahrzeuge inkl. der Dirt Bikes, Fahrzeugsupport beim Dropship und die zwei neuen Spielmodi “Capture the Flag” und “Air Superiority”.
Besonders interessant für mich sind eigentlich immer die Maps, hier schon einmal die Übersicht:

  1. Kiasar Railroad (Kiasar Eisenbahn)
  2. Nebandan Flats (Nebandan Ebene)
  3. Operation Riverside (Operation Flussufer)
  4. Sabalan Pipeline

Doch bevor ich auf die Karten weiter eingehe, möchte ich noch ein paar Worte zu den Spielmodi sagen, die direkte Auswirkungen auf die Spielbarkeit der neuen Maps haben. Air Superiority ist für mich persönlich uninteressant, weil ich so gut fliegen kann wie ein Baukran. Aber Capture the Flag hört sich ja spannend an – aber ist es das auch?

Capture the Flag

Ich bin bislang eher ernüchtert vom Spielprinzip, denn das funktioniert meiner Meinung nach (noch) nicht so gut. Es gibt hier praktisch kein Teamplay, denn alle rennen wild durcheinander und verteilen sich über die ganze Map. Das Problem sehe ich hier darin, dass es keine festen Ziele gibt, wo man sich hinbewegen muss. Da die Maps sehr weitläufig sind, sind mindestens 80% der Spieler alleine unterwegs und über die ganze Map verteilt. Die Dirtbikes versprachen hier eine Menge Dynamik reinzubringen, was auch durchaus der Fall ist, denn jeder fährt kreuz und quer über die Karte. Es klappt zwar, dass man nun die feindlichen Linien durchbrechen kann, trotzdem fördert das nicht das Teamplay, denn auf einem Bike können logischerweise nur zwei Personen sitzen. Ein ganzes Squad kann so nicht miteinander agieren. Mein Eindruck bisher: Dutzende Spieler sausen ohne Plan über die Karte, sodass ich eher das Gefühl habe mich in Motocross Madness 2 von Microsoft zu befinden als in einem Taktik- … äh Actionshooter. Bisher ist Capture the Flag für mich keine Spieloption.

Jetzt sind wir fit für ein paar Worte zu den Spielkarten:

  1. Kiasar Railroad Screenshot

    Farbgebung von Kiasar Railroad

    Kiasar Railroad ist eine weitläufige, grüne und natürliche Karte. Es gibt viele Büsche und Bäume, Felsen und kleine überall verteilte Häuser, Tanklastwagen und Lagerhallen, die genügend Deckung bieten. So kommen Sniper zwar voll auf ihre Kosten, als Infanterie kann man sich aber auch halbwegs sicher durch das Gelände bewegen. Die Schienen und der Zug in der Mitte bestimmt die Kampfrichtung der Map. Im Rush ist das zwar stellenweise gut nutzbar, wird aber auch zu weitläufig. Durch die offenen Flächen ist man darauf angewiesen lange Umwege zu machen, um dem perversen Dauer-Sniperfeuer zu entrinnen. Im Conquest dagegen scheint mir die Spielwelt sehr solide und erinnert vom Aufbau her etwas an Death Valley.

  2. Nebandan Flats ist eine Gegend in der ich nicht Soldat sein wollte. Ein riesiges offenes Areal liegt zwischen Russen und US-Base und wird nur von einer Lagerhalle und einigen kleinen Hindernissen getrennt. Sniper haben über die ganze Linie freie Schussbahn. Meine Runden im Capture the Flag Modus fand ich ernüchternd, denn das Dauerfeuer der Scharfschützen nervte mächtig. Für Infanterie ein Horror und bei höhen Ticketanzahlen gegen Ende hin fast unspielbar, da die Deckung fast gänzlich wegbricht.
  3. Lagerhalle Operation Riverside

    Operation Riverside aus der Luft mit Blick auf die Lagerhalle

    Operation Riverside macht einen sehr guten Eindruck und ist mein persönliches Highlight in diesem DLC. Offene Flächen und geschützte Bereiche wechseln sich gekonnt ab und es gibt für jeden Spielstil eine Umsetzungsmöglichkeit. Insgesamt handelt es sich um eine ausgewogene Fahrzeug/Infanterie Karte. Im Rush kann man dem Kreuzfeuer der Scharfschützen durch den gezielten Einsatz von Rauchgranaten entgehen und später über die Außenbereichen vorrücken, um Sniper mit dem Messer auszuschalten. Hier steckt viel Potenzial, egal in welchem Spielmodus. Zwei Screenshots kann ich hier schon liefern. Danke an Christine von Gamespalast.de, die für mich mit dem Heli die Schnappschüsse gemacht hat.

  4. Sabalan Pipeline ist die einzige Schneemap des DLCs und ich habe sie bislang nur im Capture the Flag Modus gespielt. Hier war die Gegend allerdings wieder zu weitläufig und die Teams kämpften ohne Plan. Die tolle Fabrikanlage in der Mitte hat hier leider fast keinen spielerischen Wert, da man über die Randbereiche viel besser die Linien durchbrechen kann. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass hier im Rush oder Conquest noch Potenzial verborgen liegt.

Insgesamt finde ich den DLC in Ordnung. Nachdem das dritte DLC Aftermath ja eine Bandbreite an genialen Stadtkarten mit sich brachte, setzen die jetzigen Schlachtfelder tolle Kontraste und bewegen sich wieder mehr in Richtung Armored Kill.
Da ich nun alle DLCs durch meinen Premium Account komplett und angespielt habe, kann ich mir einen ersten Gesamteindruck des PC-Spiels verschaffen. Gespielt habe ich bisher ca. 170 Stunden und weiß jetzt schon, dass da noch eine Menge drinsteckt. Die unzähligen Waffen, Aufträge, Karten und Co. ergeben im Gesamten ein richtig gutes Spiel. Für meinen Geschmack hätten sie nur die tausend Bugs und die Closed Quarters Maps weglassen können. Der Rest stimmt – Battlefield 4 muss erstmal warten.

Special

Battlefield 3 Manga Girl BF3 Manga

Hab ich gebastelt. Ich finde die Ladies bei BF3 hätten auch mal ein Soldatenportrait verdient.

Thunder Brigade – Ein Oldschool-Spiel mit Suchtcharakter

thunder brigade logo

Das Thunder Brigade Logo

Es musste so kommen. Ich kann keinen Gamesblog führen, ohne nicht auf eines meiner absoluten Lieblingsspiele aus meiner Jugend hinzuweisen. Das Spiel Thunder Brigade, entwickelt von estnischen Developerstudio Bluemoon Interactive und published von Interactive Magic, ist ein Aracade-Shooter in dem man mit Schwebepanzern große Panzerschlachten im Stile von World of Tanks schlägt. Einer der damaligen Entwickler, Jaan Tallinn, war später Chefentwickler bei Kazzaa und Skype und hält mittlerweile Vorträge an der Havard und dem MIT. Die Reise ging also nicht in die Spieleindustrie – was nicht zuletzt auch an dem geringen Erfolg von Thunder Brigade lag. Nichtsdestotrotz hat das Spiel seinen Charme.

Als Setting werden mehrere Sonnensysteme fernab von der Erde gewählt. Durch ein Sternentor konnten diese Systeme erschlossen werden und große Imperien aufgebaut werden.

In der Kampagne mit 30 Missionen begebt ihr euch als Gefreiter auf Seite der United Systems auf Seperatistenjagd. Das Halonische Imperium, einst nur ein Haufen Bauern und Landwirte – also sowas wie die interstellare CSU – lehnte sich gegen das dortige System auf und stürzte die Regierung. In Folge dessen brach ein Bürgerkrieg aus und Truppen von Halon und Kildae (dem Heimatsystem der Vereinigten Systeme) fochten für ihre Unabhängigkeit. Man selbst erledigt dabei Eskorten, Verteidigungseinsätze und Angriffsmissionen. Die schweren und behäbigen Panzer gleiten dabei über karge Landschaften und liefern sich mit sechs verschiedenen Waffensystemen Gefechte mit Halon und später auch mit der Terranischen Allianz, die der Kampagne eine (nicht ganz so) überraschende Wendung bringt. Die Schwierigkeit liegt hier im Schwierigkeitsgrad selbst. Man kann zwischen fünf verschiedenen Schwierigkeitsgraden wählen – “Sehr leicht” bis “Sehr schwer”. Normal ist allerdings bei vielen Missionen schon unschaffbar, weil man die Stärke seines Tanks aufgrund der schweren Steuerung nur schwer ausnutzen kann. Höhere Schwierigkeitsgrade sind praktisch nicht spielbar – ein Phänomen, was bei älteren Spielen ja öfter mal vorkommen soll… Man muss das Spiel also sehr taktisch angehen. Blindes Vorstürmen funktioniert nicht und wird mit dem Scheitern der Mission bestraft.

Voxelgrafik Schwebepanzer

Ziemlich schlechte Grafik

Technik

Ihr fliegt in diesem PC-Spiel durch eine komplette Voxellandschaft. Voxel sind kleinste dreidimensionale Pixel und werden nicht von der Grafikkarte berechnet. Für Thunder Brigade benötigt ihr also keine Grafikkarte! Das früher bekannteste Spiel, was komplett aus einer voxelbasierten Engine bestand war Outlander (hier gibt’s ein paar Informationen). Dann verschwanden Voxel viele Jahre komplett, weil die Rechenleistung moderner PCs nicht genügend hergab. Im Zeitalter von Vier- und Achtkernprozessoren findet Voxel aber immer häufiger wieder Verwendung, z.B. bei Crysis, wo das zerstörbare Terrain mit Voxelgrafik erzeugt wird.

Die 3D-Modelle des Spiels sind relativ glaubwürdig gestaltet. Leider sind die Landschaften komplett leer und auch die einzigen Auflockerungen der Landschaft: Flüsse, werden in der 640×480 Pixel Auflösung mehr als kantige Boxen dargestellt, als fließendes Wasser.

Thunder Brigade futuristic tank

Schwebepanzer schießt eine Rakete ab

Multiplayer

Es klingt verrückt aber man kann das Spiel mit 99 Leuten im LAN zocken. Es entsteht hierbei ein ähnlicher Wettkampf Charakter, wie bei bekannten Shootern, z.B. Counter Strike; nur im anderen Gewand. Auch wenn das Spiel sehr alt ist (1998), läuft es immer noch auf Windows 7 im Kompatibilitätsmodus ohne Probleme. Thunder Brigade ist ein spannendes, verpixeltes und gut durchdachtes Spiel, an dem man immer noch Spaß haben kann. Schade ist, dass man keine Möglichkeit mehr hat das Spiel zu modden oder neue Karten zu erstellen, weil es bisher keine Tools gibt, welche die gepackten und verschlüsselten Dateien lesen können.

Mehr Infos über Thunder Brigade findet ihr auf der Thunder Brigade Wiki.

Hier noch ein echt schlechtes, uraltes Video von mir zu dem Game:


Bildergalerie:

Creva Thunder Brigade

Creva Planetenoberfläche und Beschreibung

Profilbild bei Omega Day

Mein Profilbild bei Omega Day hatte als Vorlage Bilder von Thunder Brigade

Alador Sonnensystem

Alador System

thunder brigade gameplay

Thunder Brigade Gameplay

Einsatzbesprechung, Briefing vor der Mission

Einsatzbesprechung vor einer Mission

Intro Kampfszene von Thunder Brigade

Eine Szene aus dem Intro des PC-Spiels