Medien für Gamer schrumpfen weiter

Wohingegen andere Trends sich weiter etablieren und neue Vertriebswege finden befindet sich die Informationsverbreitung über Gaming und Co. außerhalb des Internets weiter auf dem Rückzug.

Spielezeitschriften Vor allem im Bereich der Printmedien mache ich mir Sorgen, da es praktisch keine richtig guten PC-Spiele-Zeitschriften mehr gibt. Erst letzten Monat erschien die Gamestar im neuen Design und schon auf den ersten Blick entpuppte sich der Relaunch als weitere Einsparungsmaßnahme: Weniger Text, dafür größere Überschriften, Bilder und Platzhalter. Nach heftigen Protesten der Gamer ruderte Gamestar leicht zurück und präsentierte ein Heft mit 16 Seiten mehr Inhalt und kleinerer Schrift. Obwohl diese Veränderungen weitgehend positiv von der Leserschaft aufgefasst wurden ist die Gamestar dünner geworden. Falls ihr noch alte Ausgaben der Gamestar zu Hause rumfliegen habt solltet ihr euch diese mal anschauen. Ich habe eine Ausgabe von 2003. Dort wurde Freelancer exklusiv vorgestellt und getestet, sowie viele andere Infos gedruckt. Das Heft hatte über 200 (!) Seiten. Heute sind es in guten Monaten 150. Wenn man bei neuen und alten Heften die Werbung abzieht kommt man auf ca. 30-50 Seiten mehr Umfang bei den alten Heften.
Und diese Veränderungen zogen auch nicht an der PC-Games und anderen Gamingzeitschriften vorüber. Einige sind in den letzten Jahren sogar komplett verschwunden. Die Begründung lautet stets, dass ein großes Onlineangebot geführt wird und man sich viele Informationen über PC-Spiele im Internet besorgen kann. Teilweise stimmt das auch: Über Patches liest man nichts mehr in Spielezeitschriften, dafür sind Printmedien im Bereich Games aber umso wichtiger geworden um bei der schieren Masse an Spielen noch den Überblick zu behalten.

Giga.de - Gaming-Community & TV-SenderBesonders schade in diesem Zusammenhang ist auch das Absetzen von Giga – Jeder Zocker meines Alters wird sich noch dran erinnern – Ein Stück Austausch und Kultur ist dort leider verlorengegangen. Dabei wächst die Spielebranche mehr als jede andere Medienindustrie: Wo ist unsere Lobby in Deutschland? Obwohl gerade wir Gamer auch über andere Medien präsent sein sollten werden wir ins Internet gedrängt, wo man nichts von uns hören kann…

Wie sollen wir damit umgehen?

Ich selbst bin der Meinung wir sollten uns nicht zu sehr abkapseln und zeigen, dass das Zocken von Spielen aller Art (also auch Ego-Shootern) salonfähig ist und vor allem in der Gruppe eine Menge Spaß machen kann. Messen wie die Gamescom sind immer ein guter Anlass auch mal Verwandte oder Freunde, die nicht zocken, in die Spielerszene einzuführen und zu zeigen was dahintersteckt. Man könnte ja auch einen Deal vorschlagen: An einem Wochenende ins Museum, am anderen zur Gamescom. So lassen sich vielleicht auch konservative Geister überreden.
Es ist zwar nur eine Frage der Zeit bis Zocken gesellschaftlich akzeptiert wird – wenn sich die Community aber nicht öffnet wird das noch Jahrzehnte dauern. Wenn doch könnten wir diesen Vorgang erheblich beschleunigen.
Ein neues attraktives Medium für Spieler würde dabei ungemein helfen. Bis es so etwas geben wird dürfen wir hoffen, dass unsere aktuellen mittelmäßigen Magazine und Medien nicht gänzlich verschwinden.
Ein kleiner Lichtblick ist meiner Meinung nach übrigens GameOne (leider) auf MTV. Simon und Budi haben mehr verdient als zwischen Next und The Real Life auf der Leinwand zu erscheinen. Tolle Sendung!

2 Kommentare

  1. Viet sagt: Antworten

    Ja, die Gamer Zeitschriften sterben aus. Aber auch zurecht. Früher habe ich mir die Zeitschrift für ca. 5 Euro immer fein gekauft, aber warum kaufen, wenn man die News auch kostenlos im Internet bekommt?

  2. Schöner Artikel Alex!

    Ich selbst lese schon viele Jahre keine Zeitschriften
    mehr – für meinen Bereich „Online Games“ sieht es
    da ja ohnehin mau aus (und würde auch weniger Sinn
    machen). Deshalb kann ich das nicht vergleichen,
    aber nur noch 30-50 Seiten Inhalt klingt heftig!

    Wahrscheinlich lesen heute eh nahezu alle die
    Artikel online, oder? Da erscheinen jedenfalls
    wirklich viele Artikel jeden Tag!

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