Pepper – Der humanoide Roboter für das Smart Home

Pepper - Der freundliche Roboter

Pepper Smart Home Roboter
Der Smart Home Roboter Pepper (rechts) von Aldebaran und SoftBank Robotics
Wir leben in einer Zeit, in der wir in Kino und Literatur ständig mit Robotern konfrontiert werden. Sobald dort künstliche Intelligenzen auftauchen, sprechen wir von Science Fiction – Doch schon heute gibt es intelligente Roboter, die erstaunliches leisten können.
Einer von ihnen ist Pepper – ein Roboter von Aldebaran und SoftBank Robotics, der dazu in der Lage ist menschliche Gestik und Mimik zu verstehen. Die Besonderheit ist im Grunde allerdings nicht seine Technik, auf die ich im Verlauf dieses Artikels noch genauer eingehen werde, sondern die Tatsache, dass dieses Robotermodell für Endkunden zu einem erschwinglichen Preis privat erstanden werden kann.
Pepper kostet rund 1750€ einmalig. Dazu kommen monatliche Kosten für Internet und Wartung in Höhe von rund 130€. Ein Wartungsvertrag des Unternehmens dauert 3 Jahre. Bisher wurde Pepper nur probeweise an Endkunden verkauft – allerdings mit Erfolg: die verfügbaren 1000 Modelle waren innerhalb von nur einer Minute ausverkauft. Ein Verkaufsstart in Amerika ist noch für das Jahr 2016 geplant.

Pepper ist ein humanoider Roboter mit einer Höhe von 1,20m. Er wird in weißer Farbe geliefert und besitzt zwei Augen, sowie zwei Arme und bewegt sich auf Rädern vorwärts, die in einem Sockel am unteren Ende untergebracht sind. Er verfügt über eine Mechanik, die ihm einen Gleichgewichtssinn verleiht – wenn er angerempelt wird, kann es diesen Stoß also ausgleichen. Wenn Pepper bei einem solchen Unfall allerdings tatsächlich umgestoßen wird, kann er nicht selbst wieder aufstehen. Ob bei einem solchen Unfall Schäden an der empfindlichen und aufwändigen Technik zu erwarten sind, lässt sich ohne Testmodell leider nicht sagen.

Business-Roboter für zu Hause

Pepper eignet sich perfekt für den Einsatz in unterschiedlichen Unternehmen. Er kann in Geschäften Produktberatungen durchführen, Onlineshop und Offline-Ladenlokal verknüpfen und bei einfachen Aufgaben als Helferlein zur Seite stehen. Seine Stärke liegt in seiner Software, die so angepasst werden kann, dass Pepper individuell auf eine Einsatztätigkeit optimiert werden kann.

Ich habe eine kleine Liste zusammengestellt, was Pepper im Businessbereich erledigen könnte

  • Wegbeschreibungen geben
  • Produktbeschreibungen ausgeben (auditiv und visuell)
  • Körperlich beeinträchtigte Menschen beim Einkauf unterstützen
  • Für Aufmerksamkeit sorgen (Marketing)
  • Preisvergleiche vor Ort durchführen
  • Recherchen im Internet durchführen (Informationsmanagement)
  • Hilfe in Bibliotheken anbieten
  • Bestände verwalten (Logistik)
  • Check-in und -out in Hotels (Gastgewerbe)
  • Steuerung verschiedener technischer Geräte

Dabei werden seine Fähigkeiten vor allem von den Entwicklern abhängen, die Pepper für seinen Einsatz individualisieren.

Pepper macht Gymnastik. Mit Hilfe seiner Sensoren ist Pepper in der Lage menschliche Bewegungen perfekt wahrzunehmen und nachzuahmen.
Pepper macht Gymnastik. Mit Hilfe seiner Sensoren ist Pepper in der Lage menschliche Bewegungen perfekt wahrzunehmen und nachzuahmen.

Pepper ist ein Roboter mit Tast-, Hör- und Sehsinn. Er nutzt zahlreiche Sensoren, um seine Umgebung zu verarbeiten und zu verstehen. Er ist ständig mit dem Internet verbunden und kann mit Apps von der Community und von SoftBank Robotics erweitert werden.

Zu Hause kann Pepper zum Beispiel folgende Aufgaben übernehmen

  • Steuerung des Smart Home (Steuerung von Kaffeemaschinen, Waschmaschinen und anderen elektrischen Geräten, die mit dem Web oder WLAN verbunden sind)
  • Recherche und Ausgabe von Rezepten, Produkten, Zeitungsartikeln
  • Alarmanlage
  • Alarmierung eines Notdienstes bei Unfällen
  • Mobiler Smartphone, Tablet und PC Ersatz
  • Mobile Musikanlage
  • Innovatives Lernspielzeug für Kinder

Besonders spannend ist der Gedanke Pepper als Lernspielzeug für Kinder einzusetzen. Unsere Kinder könnte die erste Generation sein, die mit Robotern im Haushalt aufwächst. Je früher sie also mit ihnen in Kontakt kommen, umso besser werden sie deren Fähigkeiten effizient nutzen können. Pepper ist zudem ein Roboter, der sich Vorlieben und Verhaltensweisen seiner Benutzer merkt und sich mit ihnen weiterentwickelt. Es wäre sicherlich auch aus psychologischer Sicht interessant zu beobachten, wie sich Kinder im Umgang mit einer so hochentwickelten Technik entwickeln – würden sie zum Beispiel traurig sein, wenn ihr Roboter mit all seinen gelernten Fähigkeiten plötzlich nicht mehr funktionieren würde?

Auch wenn Pepper als „emotionaler“ Roboter beworben wird, sehe ich seine Stärken im Businessbereich. Bastler und IT-Freaks können hier spannende Apps für Pepper entwickeln, die einen echten Mehrwert bieten könnten.

Im Privatbereich sehe ich Pepper als extrem cooles, aber auch teures Gimmick, das leider aber nicht so vielseitig zu Hause einsetzbar sein wird, wie im Beruf. Zum einen sind private Wohnungen selten so barrierefrei gebaut wie Geschäfte, Krankenhäuser oder moderne Büroflächen, sodass sich Pepper nicht so frei bewegen könnte, zum anderen besitzen wir im Privatbereich schon viele technische Geräte, die per Spracheingabe gesteuert werden können und de facto die gleichen Aufgaben erfüllen wie Pepper. Allerdings kommt unser Tablet oder Smartphone nicht selbstständig zu uns und erkennen, wie wir uns gerade fühlen, können diese Geräte auch nicht. Da Aldebaran und SoftBank hier technisches Neuland betreten, vermute ich, dass sein Funktionsumfang noch so begrenzt sein wird, dass dieser Roboter im Privatbereich vermutlich schnell an seine Grenzen kommt. Leider konnte ich noch kein Video auf Youtube finden, wo eine Privatperson über das „Leben mit Pepper“ berichtet. Ein Erfahrungsbericht aus erster Hand wäre hier sicherlich sehr interessant.

Weitere technische Spezifikationen

Batterie und Konnektivität

  • Lithium Ionen Batterie mit einer Laufzeit von ca. 12 Stunden
  • 10,1 Zoll Touch Display
  • WLAN-Funktionalität

Verbaute Sensoren

  • 4 Mikrofone sorgen für eine effiziente Raumwahrnehmung
  • 2 RGB Kameras lassen Pepper „sehen“
  • 3D Sensor
  • 3 Berührungs-Sensoren am Kopf, 2 Berührungssensoren-Sensoren an den Händen
  • 1 Gyroskop in der Brust, 1 Gyroskop in den Beinen
  • 2 Sonar Sensoren
  • 6 Laser Sensoren
  • 3 Stoß-Sensoren
  • 1 Infrarot Sensor

Pepper kann sich mit maximal 2km/h auf ebenerdigen, geraden Untergründen bewegen. Kleine Unebenheiten von maximal 1,5cm Höhe kann er überwinden. Teppiche sind je nachdem schon etwas höher und können daher unüberwindbare Hindernisse darstellen. Pepper ist allerdings auch kein Staubsaugerroboter.

Fazit

Dieser Roboter ist der erste humanoide, technisch anspruchsvolle Roboter, der auch an private Haushalte verkauft wird. Er ist ein meisterhaftes Stück der Informationstechnik und Robotik und sehr günstig in der Anschaffung. Dabei ist er hochflexibel und lässt sich an die Bedürfnisse von Privathaushalten und Unternehmen anpassen. Seine Fähigkeit Emotionen zu verstehen und seine humanoide Erscheinungsform machen den Umgang mit Pepper intuitiv und einfach.
Wer sich selbst auf dem Gebiet der Robotik beschäftigt, ein Unternehmen betreibt, das Bedarf für einen nicht menschlichen Gehilfen hat oder einfach nur ein Roboterfan ist für den ist Pepper die ultimative Chance sich einen Roboter als Gefährten oder Gehilfen anzuschaffen.

Im folgenden Video seht ihr noch beeindruckende Roboter unserer Zeit, darunter drei Roboter von Boston Dynamics, den bekannten Roboter von Honda „ASIMO“ und Pepper (ab 06:12 min).

1 Kommentar

  1. Vielen Dank für den spannenden Artikel. Der Preis von 1750 Euro scheint mir auf Grund der Technik sicher erstmal gerechtfertigt, obwohl dies für eine private Anschaffung sehr viel ist. Allerdings finde ich dann noch die monatlichen Kosten von 130 Euro übertrieben viel. Und ich finde, da hört der Spaß dann sicherlich auf. Naja, mal schauen was die nächsten 10 Jahre bringen. Auch diese Technologie schreitet immer weiter fort:-)

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