The Witcher 3

Geralt von Riva

Um die Zeit bis zum Release der neuen Klassen von Black Desert Online ein wenig zu verkürzen, habe ich mich bei meinen Freunden umgehört, welche Spiele ein „Must-Play“ für sie darstellen. Oft sind namhafte Spiele von BioWare oder natürlich Skyrim vorgeschlagen worden. Auch das Adventure Life ist Strange wurde sehr oft genannt, weswegen es direkt ebenfalls auf meine Wunschliste gelandet ist. Doch besonders hat mich das Spiel The Witcher 3 angesprochen. Vorweg: Es handelt sich um ein Spiel, das DRM-Free erschienen ist – das bedeutet, es gibt hier keine Wiederverkaufssperre, wie es bei den meisten Spielen heutzutage der Fall ist. Diese werden nämlich direkt an ein Spielekonto gebunden und sind danach nicht weiter verkäuflich. Bei „The Witcher 3“ seid ihr aber nach einer Installation voll flexibel und könnt es auch an Freunde weitergeben oder gebraucht auf einem der zahlreichen Portale, die gebrauchte Filme, Musik oder Spiele verkaufen, wie z.B. reBuy, medimops oder REgame, anbieten.

Spielumfang

Besonders schön fand ich, dass es endlich wieder ein Spiel war, bei dem sich auch schon bei der Verpackung Mühe gegeben wurde. Die bekannte DVD-Hülle ist in einem Pappschuber verpackt worden. Innen findet ihr eine sehr hochwertige aufklappbare Karte der Nördlichen Königreiche sowie zwei Sticker mit dem Symbol der Hexer. Das sind vielleicht nicht immens viele Extras, aber ich habe mich über diese Kleinigkeiten sehr gefreut. Das Studieren der Karte hat auch die längere Installationszeit von einer halben Stunde (über vier DVDs verteilt) gut überbrücken können.

Sonnenaufgang
Atmosphärisch ist das Spiel kaum zu toppen.

Die ersten Schritte in Weissgarten

Vorab sei gesagt, dass ich die vorherigen Teile von „The Witcher“ nicht gespielt habe. Ich habe mich jedoch vorher erkundigt, ob Vorwissen zu dem Spiel notwendig ist und habe herausgefunden, dass „The Witcher 3“ eine komplett selbständieg Spielgeschichte bietet.

Die Hauptcharaktere lernt man schon direkt am Anfang in Weissgarten (Startgebiet) kennen: Geralt von Riva, den Hexer und Ziehvater von Ciri; der zweiten Hauptfigur im Spiel.
Ich muss gestehen, der Anfang fiel mir nicht leicht. Die Steuerung erschien mir nicht flüssig und gerade in den Kämpfen konnte ich nicht geschickt ausweichen, was sich im späteren Spielverlauf als sehr sehr wichtig herauskristallisiert hat. Womöglich ist die Steuerung über die Konsole ein klein wenig einfacher, als mit Tastatur und Maus, doch nach und nach gewöhnt man sich daran… Wobei mir die Kämpfe noch immer nicht ganz so leicht fallen. Daher rate ich jedem Neuling die angebotenen Übungskämpfe in Weissgarten so lange auszureizen, bis ihr den Dreh einigermaßen raus habt. Ich bin da leider viel zu schnell durchgelaufen, weswegen ich anfangs im eigentlichen Verlauf der Geschichte meine Schwierigkeiten hatte.

Anfangs war ich auch ein wenig ernüchtert darüber, dass die Quests mit einem gelben – nicht übersehbaren – Ausrufezeichen gekennzeichnet wurden. Dadurch fiel es mir schwer, die Motivation zu finden, auch fernab von den gelben Ausrufezeichen nach Aufgaben zu suchen oder gar die unterschiedlichsten Bewohner oder Soldaten in ein Gespräch zu verwickeln.

Yennefer
Wirklich schön gestaltete Videosequenzen.

Extrem spannend und mitreißend

Nach und nach tauchte ich jedoch immer mehr in die Königreiche ein und lernte die Spielmechanik besser verstehen und vor allem fühlte ich mich mitten in einem lebendigen Geschehen. Ich liebe die vielen Videosequenzen, die liebevoll gestalteten Charaktere, die atmosphärischen Gegenden und Geralts Pferd Plötze. ;-) Ich wurde einfach mitgerissen. Langeweile kam nie auf und endlich merkte ich auch, wie sehr man belohnt wird, wenn man auch mal vom Pfad abkommt und sich umschaut. Vor allem das Nutzen der Hexersinne ist unabdinglich. Wieviel und was man da alles findet! Man muss beim Erkunden neuer Gebiete zwar vorsichtig sein, jedoch kann man so sehr viel mehr Schätze finden, die Geralt um einiges stärker machen. Man findet genügend Zutaten für die alchemistischen Rezepte und lernt vor allem mit Geralt zu klettern, zu springen und zu kämpfen. Die Nebenquests sind extrem umfangreich und abwechslungsreich. Mal helft ihr einer alten Dame ihre alte Bratpfanne wiederzufinden, mal befreit ihr gefesselte Soldaten (oder auch nicht) oder verteidigt Händler vor angreifenden Monstern. Das Schönste dabei ist, dass ihr so gut wie keine einfachen Laufquests von A nach B erhaltet.

Bratpfannen-Quest
Nebenquests sind niemals langweilig.

Gerade der Anfang des Spiels ist sehr videolastig, was aber nicht schlimm ist, sondern ein großer positiver Aspekt. Sie sind nicht nur ausgesprochen gut synchronisiert und wunderbar gestaltet, ihr lernt auch euren Charakter besser kennen und könnt euch immer besser hineinversetzen. Die Antworten in den Dialogen fallen euch dadurch leichter – doch Obacht! Die Handlungen beeinflussen das Ende des Spiels. Das heißt aber auch, dass es mehrere Enden gibt, was schon jetzt zum mehrmaligen Durchspielen motiviert. Mich jedenfalls hat das Spiel gepackt.

Fazit: Das Spiel macht mir großen Spaß, ich vermisse zwar die Möglichkeiten seinen eigenen Charakter in einem Editor zu erschaffen, doch Geralt ist einfach Geralt – Da braucht es keinen Charaktereditor. ;-) Das Spiel selbst habe ich noch nicht komplett durchgespielt; kann es jedoch kaum erwarten, mehr von Geralt und Ciri zu erfahren. Vor allem muss ich noch das integrierte Kartenspiel lernen, um seltene Karten ergattern und den Gegner die letzten Kronen aus der Tasche ziehen zu können.

Jetzt würde mich noch interessieren, ob ich, nachdem ich den dritten Teil der Serie gespielt habe, vielleicht doch noch die ersten beide Teile spielen sollte/könnte. Wie ist da eure Meinung zu? Ich bin so begeistert von „The Witcher 3“, dass ich mir direkt die beiden anderen Spiele auch holen mag. In welcher Reihenfolge habt ihr die Teile gespielt?

Noch ein paar gesammelte Eindrücke:

Liebe Grüße, Anne

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